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Märchen werden wahr - Entstehung & Entwicklung

Es war einmal ein kleines vogtländisches Städtchen namens Adorf. Viele Jahrhunderte - wohl über sieben - hatte es schon erlebt. Als kleines Dorf entstanden, war es bald eine blühende und wohlhabende Stadt. Viele fleißige Menschen wohnten hier, manchmal über 8000 an der Zahl. Nachdem die Eisenbahn hierher gebaut wurde, entwickelte sich das beschauliche Städtchen zum kleinen Industrieort. Vor über 10 Jahren setzte aber nicht nur in Adorf ein großes Sterben dieser Betriebe ein, so dass nur noch wenig davon übrig blieb. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits ein kleines städtisches Museum. Hier wurde schon viele Jahre Altes und Neues, Nützliches und Unnützes, Schönes und Hässliches, also alles Mögliche gesammelt.Die Besucher konnten sich in den niedlichen Räumen des alten Stadttores über die Entwicklung der kleinen Stadt Adorf informieren.

Viel mehr gab es aber auch nicht zu entdecken. Man musste sich also in dem Museum auch einmal etwas Neues einfallen lassen. So kam man auf die Idee, eine Ausstellung aufzubauen, die schöne Bauwerke, Ausflugsziele und Ähnliches aus dem großen Vogtlande zeigt. Geschehen sollte dies durch Modelle. Manch einer der Einwohner hatte große Zweifel. "Gibt es denn nichts Wichtigeres in der jetzigen Zeit, als kleine Häuschen zu bauen?", so fragten sie.
Man wollte ja aber gerade dadurch eine Attraktion für die Stadt selber schaffen, mit der Ausstellung auf die Schönheiten Ringsherum aufmerksam machen und einigen Menschen - wenigstens für eine gewisse Zeit - wieder eine sinnvolle Arbeit geben. Das Zauberwort für das Gelingen hieß ABM.

Eigentlich sollten arbeitslose Musikinstrumentenmacher die Aufgabe des Modellbaus übernehmen. Das Arbeitsamt, der reiche Geldgeber für das Vorhaben, schickte aber hauptsächlich Frauen, die eigentlich früher ganz andere Berufe hatten. Verkäuferinnen, Weberinnen und Bürokräfte waren mit dabei. Fast alle hatten vom Modellbau noch nie etwas Genaues gehört. Aber diese Frauen - ein paar Männer durften auch mitmachen - strengten sich so an, dass schon nach einigen Wochen die ersten kleinen Häuschen fertig waren. Das waren nicht nur Modelle, sondern schon wahre Kunstwerke, so exakt und genau wurden sie erbaut. An den Modellen sieht man kleine Dinge, die man am richtigen Original nur mit einem "Guckdurchdasdingundholmichnäherran-Gerät" erblicken kann.

So ein wenig nebenbei mussten die "Kleinen-Vogtländer", wie sie liebevoll genannt wurden, auch den Wald roden, Wege und Stellplätze anlegen. Denn neben einem Teich, neben dem Adorfer Schwimmbad und am und im Wald sollten die Modelle später einmal den Gästen aus Nah und Fern gezeigt werden. Am 17. Juni im Jahre 1995 war es dann so weit. 35 Modelle standen an ihrem Fleck im "Klein-Vogtland" und konnten von nun an hier in Adorf bestaunt werden. Viele, viele Gäste kamen und freuten sich über die kleinen Brücken, Aussichtstürme, Schlösser, Kirchen und anderen bekannten Gebäude. Sie holen sich seitdem - so wie es ursprünglich gedacht war - hier neue Anregungen für ihre Ausflüge. Sie fragten aber auch nach den kleinen Bäumchen, nach den Pflanzen, die zur Verschönerung dort mit stehen. Also überlegte man im Museum wieder. "Warum eigentlich kann man den Gästen mit einer neuen Ausstellung über große und kleine Pflanzen nicht noch mehr Freude machen?"

Gleich neben dem Klein-Vogtland lag ein großer Erdhügel einfach so herum. Er stammte aus dem Jahre 1993, als das Waldbad zu einem Bad mit Dach, einem Ganzjahresbad umgebaut wurde. Nicht nur den Gästen gefiel dieser große unansehnliche Erdhaufen nicht. Man fing also an, diesen Hügel umzugestalten. Dazu musste natürlich wieder das Zauberwort ABM gesprochen werden. Es hatte zwar mittlerweile ein wenig von seiner Wirkung verloren, aber nur mit Fleiß kann man so ein großes Vorhaben eben nicht umsetzen. Fast 1000 Tage dauerte es, dann war es wiedermal so weit. Der Botanische Garten im "Klein-Vogtland" konnte am 20. August 1999 eröffnet werden. Über 10.000 Pflanzen, die allesamt von den großen Bergen dieser Welt stammen, blühen seitdem hier in Adorf und zeigen, wie schön die Natur sein kann. Den Besuchern gefällt seitdem die ganz Anlage noch mehr. Sie bleiben auch viel länger, fertigen doch mittlerweile die Modellbauer neue Bauwerke. Über 50 Stück sind schon zu entdecken.

Und wenn die Arbeiter nicht gestorben sind, dann bauen sie noch heute kleine Häuschen, pflegen noch kleinere Pflanzen und lassen sich vielleicht bald wieder etwas einfallen.

Kontakt

Miniaturschauanlage "Klein-Vogtland"

Lage:
Waldbadstraße 7
08626 Adorf/Vogtl.
Tel. 037423 48060


Verwaltung:
Museum Adorf
Freiberger Str. 8
08626 Adorf/Vogtl.
Tel.+ Fax: 037423/2247

E-Mail:
museum@adorf-vogtland.de